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Informationsdienst des Netz-werkausschusses Beruf und Weiterbildung des DVV 1 /98
7. Jahrgang
23.03.98
Inhaltsverzeichnis Herausgeber:
Deutscher Volkshochschul-Verband e.V.
Koordinierungsstelle des DVV-Netzwerks Beruf & Weiterbildung

Hansaallee 150
60320 Frankfurt
Tel.: 069/95626-182,-282 Fax: -283
Email:
passens@dvv-netzwerk.de
Internet:
www.dvv-netzwerk.pair.com
Verantwortlich: Bernd Passens
Der Infodienst erscheint in unregelmäßigen Abständen mit vier Ausgaben im Jahr.


 

Editorial und Aktuelles aus dem Netzwerk

Das Thema Online ist weiterhin aktuell und wird in der VHS-Landschaft intensiv diskutiert. Sehr groß war bisher die Nachfrage nach Infos zum EDV-Anwenderpaß Büro- und Telekommunikation . Das DVV-Netzwerk hat zu diesem Konzept eine Aufgabensammlung erstellen lassen, die allen VHS-Landesverbänden zur Verfügung gestellt wird. Wichtig für alle VHS, die den für VHS kostenlosen Zugang zum Internet via AOL nutzen wollen: Jetzt ist auch eine Anbindung von kompletten Klassenräumen via AOL-Account möglich. Intensiv gearbeitet wird zur Zeit an zwei neuen Konzepten zum Thema WEB-Design bzw. Office-Integration. Hierzu liegen erste Lehrplanentwürfe vor. Laut Plan werden die endgültigen Fassungen bis zur Sommerpause vorliegen. Neue Rahmenvereinbarungen des DVV-Netzwerks ermöglichen auch den günstigen bzw. kostenlosen Bezug von aktueller Software. So können jetzt Produkte der Firmen Lotus, Lexware (Konkurrenzprodukt zu KHK-Software) und Star-Division ab April 1998 zu sehr günstigen Konditionen über das DVV-Netzwerk bezogen werden. Aktuelle Preisinfos können bei der Netzwerk-Koordinierungsstelle erfragt werden. Die Firma SAP bietet dem DVV einen Rahmenvertrag zum Bezug von R3-Software an. VHS, die an SAP-Kursen Interessiert sind und ca. 10.000 DM Lizenzkosten aufbringen können, melden sich beim @DVV-Netzwerk. Nach den deutlichen Rückgängen im Bereich der AFG-geförderten Maßnahmen setzen viele VHS auf die EU. Der Netzwerk-Infodienst informiert über die künftige Struktur der EU-Förderung. Wie PC-Selbstlernprogramme in Lernprozesse eingebunden werden können, zeigen die im Projekt TuLIPS gemachten Erfahrungen. Auf der Interschul präsentierte sich die Berufliche Weiterbildung erstmalig in einer eigenen Halle. Wir berichten außerdem über die Eindrücke eines Messerundgangs. Last but not least will der Infodienst auch ein Forum für die Kommunikation über aktuelle Trends in der beruflichen Weiterbildung sein. Lesen Sie hierzu einige Interviews.

 

EU-Strukturfondsförderung im nächsten Jahrtausend

Zur Zeit wird in der Bildungslandschaft intensiv über die Rahmenbedingungen der EU-Förderpolitik im nächsten Jahrtausend diskutiert. Mitte 1997 legte die Kommission der Europäischen Gemeinschaft mit der Agenda 2000 ein Strategiepapier vor, das erste Hinweise zur zukünftigen Gestaltung der Strukturfondsförderung liefert.

Mit der Agenda 2000 eröffnet die EU-Kommission die Diskussion um die Zukunft der Europäischen Union. Für die arbeitsmarktpolitischen Akteure dürfte vor allem die ins Auge gefaßte Reform der EU-Strukturfonds von Interesse sein.Schon 1995 in Madrid hatte der Europäische Rat Leitlinien der künftigen Förderpolitik definiert.

Hierzu zählten:
•eine radikale Vereinfachung des Verfahrens;
•die Konzentration der Mittel auf die größten Probleme;
•Kompensationsregelung für Gebiete, die zukünftig nicht gefördert werden.

Dabei soll die Mittelausstattung der Strukturfondsförderung mit ca. 200 Mrd. ECU für die Jahre 2000 bis 2006 weitgehend konstant bleiben. Nach den in der Agenda anvisierten Regelungen wird es künftig nur noch zwei regionale und ein horizontales Ziel geben.

Das neugefaßte Ziel 1 umfaßt Regionen mit Entwicklungsrückstand, die die größten Probleme hinsichtlich Einkommen, Beschäftigung, Produktionssysteme und Infrastruktur haben. Die Neudefinition von Ziel 1 geht davon aus, daß ca. Zweidrittel der Strukturfondsmittel in die derzeitigen und zukünftigen EU-Mitgliedsländer fließen, deren Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt 75% des EU-Durchschnitts unterschreitet. Hierbei ist zu beachten, daß aufgrund der geplanten Beitritte der osteuropäischen Länder das durchschnittliche Pro-Kopf-Inlandsprodukt insgesamt sinken wird.

Das Ziel 2 umfaßt alle übrigen regionalen Fördergebiete. Hierzu zählen Regionen mit besonderem Umstellungsbedarf, d.h. Regionen im Strukturwandel, ländliche Gebiete mit rückständiger Entwicklung, von Fischerei abhängige Krisengebiete oder Problemgebiete in Städten. In diesen Gebieten soll insbesondere die allgemeine wie berufliche Bildung und der Zugang zu neuen Technologien gefördert werden. Die neuen Förderprogramme für die Ziel-2-Gebiete beabsichtigen eine wirtschaftliche Diversifizierung und sollen Innovationen in kleinen und mittleren Unternehmen befördern. Obwohl über die Konsequenzen der Reform noch keine letzte Klarheit herrscht, muß davon ausgegangen werden, daß viele Gebiete in den alten Bundesländern, die bisher noch gefördert wurden, aus der Ziel-2-Förderung herausfallen werden, während die neuen Ländern weiterhin mit einem hohen Mittelzufluß rechnen dürfen.

So werden sich die Hoffnungen vieler Bildungsträger in den alten Ländern auf das Ziel-3 konzentrieren. Dieses Ziel soll die EU-Mitglieder bei der Anpassung und Modernisierung ihrer Aus-, Berufsbildungs- und Beschäftigungssysteme unterstützen. Gefördert werden ausschließlich Regionen, die nicht unter Ziel 1 oder 2 fallen. Förderungswürdig sind Maßnahmen,

•die den wirtschaftlichen und sozialen Wandel begleiten;

 •die lebenslanges Lernen fördern und Fortbildungssysteme entwickeln;

 •die die soziale Ausgrenzung bekämpfen.

Neben den Strukturfonds sollen auch die EU-Gemeinschaftsinitiativen (GI) einer grundlegenden Reform unterzogen werden. Die bisherigen 13 Gemeinschaftsinitiativen (mit ca. 400 Programmen) werden auf drei Initiativen zurückgeführt und mit ca. 5% der EU-Strukturfondsmittel ausgestattet. Gefördert werden 

•die grenzüberschreitende, transnationale und interregionale Zusammenarbeit im Bestreben um eine harmonische und ausgewogene Raumordnung;

 •die Entwicklung des ländlichen Raums und die Humanressourcen im Kontext der Chancengleichheit.


 Die Agenda im Internet: http://europa.eu.int/comm/agenda2000/ index-de.htm .

 Quellen: ESF-Info 4/97 und G.I.B. Info 4/97

 

Wie machen es die anderen: Das Projekt TuLIPS

Das Berufsförderungszentrum (Bfz) in Essen hat mit Unterstützung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales und der EU ein Projekt initiiert, das Weiterbildungskonzepte zur Unterstützung von dezentralen und selbstgesteuerten Lernprozessen mit PC-Selbstlernprogrammen entwickeln und erproben soll. Der Infodienst berichtet über Hintergründe und Projektergebnisse.

Im Rahmen des Projekts TuLIP (Tutorunterstütztes Lernen mit interaktiven periphären Systemen) werden die neuen Medien auf ihre Integrationsmöglichkeiten in Qualifizierungsprozessen geprüft. Dabei werden die Aspekte des lebenslangen und handlungsorientierten Lernens besonders berücksichtigt. PC-gestütztes Lernen muß allerdings nicht zwangsläufig isoliert am PC erfolgen, genutzt werden sollen auch die gegenwärtigen Kommunikationsmöglichkeiten (ISDN, Application-Sharing, Internet).

Im Rahmen der zu entwickelnden anwender- und betriebsorientierten beruflichen Bildungsmaßnahmen sollen die TeilnehmerInnen die Lerneinheiten eigenverantwortlich zu Hause, in der Bildungseinrichtung oder im Betrieb abrufen und bearbeiten können. Dies geschieht alleine oder in Gruppenarbeit, die durch Vernetzung mit anderen Teilnehmern und dem Dozenten gebildet werden. Gleichzeitig möchte das Projekt auch herausfinden, in welchem Maße und Rhythmus das eigenständige Lernen durch Präsenzmaßnahmen ergänzt werden muß. Im Rahmen des Projekts wird mit folgenden Zielgruppen gearbeitet:

•BerufsrückkehrerInnen

•Beschäftigte in kleineren und mittleren Betrieben.

Schon heute werden im Rahmen des Projekts Seminare angeboten. Schwerpunktmäßig sind dies Angebote zu

•kaufmännischen Themen

•Schulung SAP R/3 und MS-Office

•Kommunikation und Verhalten am Arbeitsplatz

•Fremdsprachen

•Qualitätsmanagement.

Nach einer detaillierten Recherche bei Anwendern von Lernsoftware in der Industrie wurden in der ersten Projektphase Seminarprototypen entwickelt, die weitgehend auf dem Einsatz von Selbstlernprogrammen basierten. Insgesamt zeichneten sich die ersten Seminartypen durch eine extreme Individualisierung des Lerngeschehens aus. Mittlerweile hat sich gezeigt, daß diese Form der Seminargestaltung von den TeilnehmerInnen nicht akzeptiert wird. Statt dessen werden Strukturen favorisiert, in denen individuelles Lernen mit festen Vorgaben (zu Lernzielen und Lernzeiten) kombiniert werden sollen.

Aufgrund dieser Erfahrungen werden nun Seminare angeboten, die etwa zur Hälfte aus Selbstlernen am PC und zur anderen Hälfte aus Präsenzphasen bestehen.

Zur Durchführung von Qualifizierungsmaßnahmen nach dem TuLIPS-Konzept steht seit Ende 1996 das TuLIPS-Center zur Verfügung. Das Center verfügt über eine Reihe von multimedia- und internetfähigen Rechnern einschließlich eines Konferenzplatzes mit einer technischen Ausrüstung für Videokonferenzen.

Nach der mittlerweile einjährigen Erprobung des Tulips-Centers stellt sich heraus, daß der private Nutzer, der auf eigene Initiative und Kosten im Center lernt, stark unterrepräsentiert ist. Dagegen wird das Angebot von Betrieben und Institutionen deutlich stärker akzeptiert.

Diese neuen Ressourcen ermöglichen dem Bfz jetzt auch neue Angebotsformen. So wird ab Juni 1998 erstmalig eine Umschulung zum Bürokaufmann/-frau mit flexiblen Lernzeiten unter Einbeziehung von Telelearning angeboten. Mit diesem Angebot sollen vor allem familiär stark eingebundene Personen und Rehabilitanden erreicht werden. Die Teilnehmer können sowohl am heimischen PC, der im Rahmen des Projekts gestellt wird, oder im neuen TuLIPS-Center lernen. Vormittags findet die Erarbeitung des Lernstoffs überwiegend in der Übungsfirma des Bfz statt. Wiederholung, Vertiefung sowie Bearbeitung von Lernprogrammen können zu Hause oder im Center erledigt werden.

 Quelle: Bfz-Info ,12. Jahrgang, 4. Quartal 1997

 

Nachlese: Berufliche Weiterbildung auf der Interschul

Die 17. INTERSCHUL schloß am 20. Februar 1998 ihre Pforten. Die Messeleitung war mit dem Ergebnis zufrieden, wurden doch deutlich mehr Besucher gezählt als im letzten Jahr. Obwohl die Messe traditionell stärker schulische Interessen berücksichtigt, hatte diesmal die Weiterbildung eine eigene Messehalle zur Verfügung, in der sie ihr Angebot profilieren konnte. Der Infodienst berichtet schlaglichtartig über die Ergebnisse eines Messerundgangs.

Ein erster Abstecher führt uns zur Bénédict School. Es fällt auf, daß zwar weiterhin das Sprachenangebot im Mittelpunkt steht, aber deutlich auf eine Diversifizierung des Angebots gesetzt wird: In einer Selbstdarstellung kommt die neue Orientierung zum Ausdruck: "Ein Fremdsprachenberuf ist ohne solide betriebs- und volkswirtschaftliche Kenntnisse heute nicht mehr denkbar. So entwickelt sich der Fachbereich Wirtschaft in vielen Bénédict Schulen zu einem eigenständigen Tätigkeitsfeld ebenso wie die Datenverarbeitung, die in unserer EDV-Abteilung ihren festen Platz gefunden hat." Besonders stolz ist man auf den Lehrgang "Informations- und Telekommunikations-Kaufleute", der jetzt in vielen Schulen belegt werden kann.

 Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Berlin stellt die Ergebnisse zweier aktueller Modellprojekte besonders heraus. Zum einen wird über die Entwicklungsarbeit im Bereich Qualitätsmanagement informiert. Im Rahmen des Modellversuchs "Integrierte Qualifikationen für integrierte Qualitäts-Sicherungs-Systeme (IQSS) wurden eine Reihe interessanter Argumentationsleitfäden, Qualifizierungsmodule und Recherchen zum Thema Qualitätssicherung veröffentlicht. Hier nur eine kleine Auswahl: Besonders interessant für die Weiterbildung ist der Argumentationsleitfaden "Mitarbeiterqualifizierung für Qualitätsmanagementsysteme" oder das Qualifizierungsmodul "Handlungsanleitung für Moderatoren zur Durchführung einer betrieblichen Weiterbildung". Zwei spezielle Broschüren widmen sich dem Thema Zertifizierung: Die Broschüre "Zertifizierung von berufsbezogenen Fremdsprachenqualifikationen in einem zusammenwachsenden Europa" gibt einen Überblick über europäische Zertifizierungsmöglichkeiten. Die Publikation "Zertifizierung und Qualitätssicherung in der beruflichen Weiterbildung" untersucht das Problem grundsätzlicher. (Bezug über Bertelsmann-Verlag: Sandra Gast 0521/9110131)
Große Aufmerksamkeit wird zum anderen auch dem Modellversuch "Differenzierte Wege zum Nachholen von Berufsabschlüssen" gewidmet. Der Modellversuch richtet sich an junge Erwachsene, die lohnkostengefördert in KMU beschäftigt sind. Das zugrundeliegende Qualifizierungsmodell ermöglicht den schrittweisen Erwerb von beruflichen Qualifikationen in Form von Modulen/Bausteinen und ermöglicht so die Absolvierung der Qualifizierung nach einem "persönlichen Fahrplan". Das Konzept richtet sich an Un- und Angelernte aus Klein- und Mittelbetrieben sowie an TeilnehmerInnen von Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen. Die Qualifizierung findet in Form von Bausteinen statt, die die wesentlichen Kompetenzbereiche von Bürokaufleuten definieren. Es sieht ein kaufmännisches Grundlagenmodul und vier berufsspezifische Aufbaumodule (Unternehmensorganisation und Kommunikation, Marketing und Finanzierung, Betriebliches Rechnungswesen, Personalwirtschaft) vor. Die Lernfortschritte werden in einem Qualifizierungspaß dokumentiert.
Das Projekt wird von der BBJ-Service gGmbH für Jugendhilfe (Tel.: 030/61685-5, Fax-500) durchgeführt. Detaillierte Infos (Modulbeschreibungen, Exemplarische Lehrbriefe, Qualifizierungspaß etc.) sind gegen einen Unkostenbeitrag/Portokosten erhältlich.
Last but not least soll nicht verschwiegen werden, daß die VHS Tiergarten (Martin Wentz, Tel.: 030/3905-2871) an dem Modellversuch als Bildungsträger beteiligt ist.

Das DIFF (Deutsche Institut für Fernstudienforschung) in Tübingen will sich verstärkt im Bereich der Entwicklung von Plattformen telematisch gestützter Lernangebote im Bereich des Studiums und der Weiterbildung profilieren. Auf dieser Basis sollen u.a. dezentral netzgestützte Lehrangebote und lernerorientierte Kursangebote entwickelt werden. Ganz in diesem Sinne kann nun das DIFF-Dokumentationssystem (DIDOS) im WWW genutzt werden. Die URL lautet http://dd.diff.uni-tuebingen.de/programme/ biblio.bat.

Das Dokumentationssystem bietet einen Zugriff auf die bibliographischen Daten aller Monographien, die seit 1988 elektronisch erfaßt worden und beim DIFF vorhanden sind. Schwerpunkte sind: Offenes Lernen, Multimedia, Lehren und Lernen mittels Computer, Kognitionswissenschaft, Erwachsenenbildung etc.
Daneben versuchte sich das DIFF auf der Interschul auch als Anbieter von Präsenzseminaren für Erwachsenenbildner zu profilieren. Auch hier spielte das Thema Neue Medien ein große Rolle. Beispielhaft seien hier nur zwei Seminare erwähnt: Zum einen sollen in der Fortbildung "Gestaltung multimedialer Lernumgebungen mit Hilfe des Programms Toolbook multimediale Lehrprogramme gestaltet werden.
Zum anderen will das Institut mit dem Seminar "Lehren und Lernen mit Multimedia und Telematik" vor allem Verantwortliche in der Weiterbildung ansprechen und für die Lernpotentiale der neuen Technologien sensibilisieren. In diesem Seminar geht es u.a. um Grundlagen einer Multimedia-Didaktik, Evaluationsinstrumente für computerbasierte Lehrmaterialien, Lehrmaterialien im Internet, Auswahl- und Design telematikgestützter Systeme für die Weiterbildung etc. Rückfragen beantwortet das DIFF unter Tel.: 07071/979-239.
Die Firma Herdt stellte neben ihren bewährten schriftlichen Unterlagen für den Informationstechnikunterricht an VHS neue PC-gestützte Lernhilfen für den EDV-Unterricht vor. Die Palette der verfügbaren Materialien reichte von den preiswerten W.I.T. - CD-ROMS, die die Herdt'schen Seminarunterlagen ergänzen, bis zu anspruchsvollen multimedialen Selbstlernprogrammen zur Microsoft Office-Reihe und zu Lotus Notes.
Die Deutsche Angestellten-Akademie warb auf ihrem Stand für zwei neue Lehrgangsangebote: Zum einen wurde der Wochenendlehrgang "Fachkaufmann / -kauffrau für Marketing in 20 Tagen" vorgestellt. Interessant an diesem Konzept ist die Tatsache, daß der schnelle Lernerfolg auch mit dem besonderen didaktischen Konzept der Maßnahme begründet wird: "Die Methode erlaubt eine konzentrierte Wissensaufnahme nahezu ohne Ermüdungserscheinungen, so daß jede Minute des Seminars genutzt werden kann (...) Das Vorgehen beruht auf dem Einsatz der Suggestopädie – populär "Superlearning" genannt." Das Seminar ist berufsbegleitend konzipiert, hat einen Unterrichtsumfang von 160 UE (4680,00 DM incl. Unterlagen) und wird ausschließlich an Samstagen (20 Termine, z.B. in der DAA Essen) durchgeführt. Die TeilnehmerInnen können nach dem Lehrgangsende an der entsprechenden IHK-Prüfung teilnehmen.
Die DAA Schwerte stellte ihren neuen Lehrgang "Information Broker" (6 Monate Vollzeit) vor. Der Lehrgang richtet sich an Akademiker mit abgeschlossenen Hoch- bzw. Fachhochschulstudium bzw. Studienabbrecher mit mind. 6 Semestern. Förderung im Rahmen vom SGB III ist möglich. Etwas vollmundig heißt es in einem Infoblatt, daß der Informationsbroker sich "das Wissen der Welt" zunutze machen soll, das in weit über zehntausend verschiedenen Informationssammlungen in elektronischen Datenbanken vorliegt. Der Informationsbroker soll in Großunternehmen und öffentlichen Verwaltungen eingesetzt werden. Allerdings wird auch eine selbständige Tätigkeit möglich sein. Die Lehrgangsinhalte sind "Wirtschaftsenglisch/ Technisches Englisch, Datenbanken, Datenbankhosts, Methodik der Datenrecherche, Retrievalsprachen, techn. Grundlagen der Telekommunikation, PC-Praxis, TVA und Datenbanken."

 Ansprechpartner: DVV-Netzwerk, Bernd Passens, Tel.: 069/95626182/282, Fax: -283

 

Semesternachlese: Trends in der beruflichen Weiterbildung

Der Netzwerk-Infodienst sprach mit vier VHS-FachbereichsleiterInnen in der beruflichen Weiterbildung über aktuelle Semestertrends.

Annette Trossehl (Hagen): In der EDV laufen die Grundlagenkurse sehr gut. Ebenso die Anwenderpässe. Die Prüfungszahlen steigen deutlich. Auf die größte Nachfrage stößt die Textverarbeitung. Bei uns erfreuen sich auch zunehmend Zielgruppenseminare sehr starker Nachfrage. So sprechen wir mit einem speziellen Programm TeilnehmerInnen ab 55 an. Die Nachfrage ist hier so groß, daß wir diesen Bereich im nächsten Semester deutlich ausweiten werden. Eine ebenso große Nachfrage verzeichnen unsere speziellen EDV-Angebote für Frauen. In dieses Bild paßt auch, daß bei uns die Kinder/Eltern-Computerkurse gut ankommen. Wir stellen außerdem fest, daß die Angebote, die schon im Titel deutlich auf den beruflichen Verwertungshintergrund verweisen, extremen Zulauf haben. Kurse mit den Themen "PC am Arbeitsplatz" oder "Berufschance Internet" werden deutlich besser nachgefragt als Kurse ähnlichen Inhalts, die aber den Berufsbezug nicht so deutlich ausweisen. Übrigens macht man zur Zeit an der VHS Köln ähnliche Erfahrungen. Außerhalb des EDV-Bereichs gibt es bei Buchführungs- und Rhetorikkursen ein gute Entwicklung. Im Bereich der Bildungsurlaube laufen die weichen Themen (Streßbewältigung, Konflikttraining) bis auf NLP im Beruf nicht gut. Insgesamt denke ich, daß in Zukunft die Zertifikate zunehmend an Bedeutung gewinnen werden.

Bernd Müller (Berlin, Neukölln): Die frei ausgeschriebenen Seminare zu weichen Themen der Beruflichen Bildung tun sich schwer. Die gesamte EDV läuft dagegen bei uns weiterhin gut. Hier bieten wir verstärkt Kurse an, die Fachwissen und Programmkenntnisse vernetzen (z.B. Kostenrechnung mit Excel). Auch bei uns boomt natürlich der Bereich Internet. So haben wir zwei Kurse zum neuen Zertifikat Büro- und Telekommunikation im Angebot. Die klassischen betriebswirtschaftlichen Themen (Buchhaltung etc.) stagnieren, aber werden weiterhin nachgefragt. Zukünftig werden wir den Bereich der Kooperationsveranstaltungen ausbauen. Damit meine ich nicht nur Firmenseminare, sondern auch Angebote, die in Kooperation mit freien Bildungsträgern, der Kirche, Drogenberatungsstellen entwickelt werden. Von den Themen her werden zukünftig Angebote für Existenzgründer an Bedeutung gewinnen. 

Steffen Bloßfeld (Dresden): Leider sind bei uns die AFG-geförderten Maßnahmen völlig eingebrochen, da das Arbeitsamt seine Förderpolitik zurückgefahren hat. Auch die großen, stundenintensiven Kurse (z.B. die Gepr. Sekretärin) erfreuen sich nur geringer Nachfrage. Gleiches gilt für die EDV-Fibu. Dagegen sind wir mit der Resonanz auf die klassischen Buchführungskurse sehr zufrieden. Ebenso positiv auch der Zuspruch zu Existenzgründerseminaren. Im EDV-Bereich haben wir eine riesige Nachfrage nach Win95 Kursen. Ebenso gut nachgefragt werden Internetkurse. Allerdings nur in der Kurzform als Schnupperkurs (8-15 UE). Auch die CAD-Kurse mit AUTOCAD sind bei uns schnell ausgebucht.

Andreas Kranz (Bingen): Bei uns sind in diesem Jahr Bildungsurlaube extrem eingebrochen. Wir haben im letzten Semester noch 10 Bildungsurlaube durchgeführt, in diesem nur noch zwei. Auch die Sprachen sind bei uns rückläufig. Die Teilnehmer wollen nicht längerfristig über mehrere Semester Sprachen lernen, sondern bevorzugen eindeutig kurze, kompakte Seminare. EDV boomt weiterhin ohne Ende. Besonders auffällig: Wir hatten im Vormittagsbereich 2 EDV-Angebote für Frauen ausgeschrieben. Daraus sind mittlerweile 6 Kurse (Folge- bzw. Aufbauseminare) geworden. Deutlich zugenommen hat die Nachfrage nach Firmenkursen. In Zukunft wollen wir die neuen Medien auch in Kurse außerhalb des EDV-Bereichs integrieren.

Ansprechpartner: Bernd Passens, DVV-Netzwerk, Tel.: 069/95626182, Fax-283

 

Nachrichten, Tips, Lesenswertes

BMA-Broschüren zum neuen Arbeitsförderungsrecht
Über das Bundesministerium für Arbeit und Soziales sind folgende Broschüren kostenlos zu beziehen: "Arbeitsförderungsrecht Sozialgesetzbuch III", Text-ausgabe, Bestnr.: A 180. Als Ergänzung bietet sich an: "Wegweiser durch das neue Arbeitsförderungsrecht", Bestnr.: A 186.
Bezug: Bundesminst. f. Arbeit u. Sozialordnung, Bonn, Referat Öffentlichkeitsarbeit, Fax: 0180/5151511

Prokoda-Lernsoftware für VHS
Wie schon im letzten Infodienst berichtet, hat der DVV eine Vereinbarung mit der Firma Prokoda zum kostengünstigen Bezug von EDV-Lernsoftware geschlossen (Infos hierzu über die Koordinierungsstelle). In Ergänzung hierzu sollen im nächsten Jahr Trainerleitfäden bzw. Erfahrungsberichte zum Einsatz der Prokoda-Software an VHS entwickelt werden.
Ansprechpartner: Bernd Passens, DVV-Netzwerk, Tel.: 069/95626182, Fax: -283

Leitfaden für Arbeitslose (Rechtsratgeber zum AFG)

Mehrere VHS haben die Netzwerk-Koordinierungsstelle darauf hingewiesen, daß über den Fachhochschulverlag in Frankfurt einen sehr informativer "Leitfaden für Arbeitslose" (15 Aufl., 1998) zum Preis von DM 18 bezogen werden kann.
Bezug: Fachhochschulverlag Frankfurt, Fax: 069/15332840 (7.30 Uhr- 12.00 Uhr)

 

Situation der arbeitsamtsgeförderten Weiterbildung verschlechtert

Die Situation der durch die Arbeitsämter geförderten Weiterbildung hat sich 1997 weiter verschlechtert. Insgesamt begannen in 1997 441.300 Personen mit Hilfe der Bundesanstalt eine Maßnahme der beruflichen Weiterbildung. Dies sind 206.400 oder 31,9% weniger als in 1996.
Ansprechpartner: Bernd Passens, DVV-Netzwerk Tel.: 069/95626182, Fax: -283

 

Publikation: Praxismodelle der beruflichen Bildung für Benachteiligte

Über das IIZ/DVV ist die o.g. Publikation zu beziehen. Berichtet wird u.a. über Projekte an den VHSen Aurich, Wuppertal, Reutlingen, Hamburg, Frankfurt und Lingen.
Bezug/Ansprechpartnerin: IIZ/DVV, Frau Plesser-Löper, Tel.: 0228/97569-0, Fax-55

PC-Systeme unter Windows 95 und Windows NT einfach verwalten

Die PC-Verantwortlichen kennen das Problem: Mit der Einführung von vernetzten Arbeitsumgebungen unter Windows 95 und Windows NT hat sich der Verwaltungsaufwand für Pflege und Wartung von EDV-Kursräumen vervielfacht. Der Bayerische VHS-Verband hat mit einem Hersteller (Powerquest) von entsprechender Wartungssoftware einen Vereinbarung zum Bezug der Produkte DriveImage und PartitionMagic (10er Lizenz 200 DM) geschlossen.
Infos: Bayerischer VHS-Verband, Otto Löffelmann, Tel.: 089/51080-13

CD-ROM "Ergonomie im Büro", Diskette 'Beurteilung der Arbeitsbedingungen'

Die o.g. CD-ROM und die Disk Beurteilung der Arbeitsbedingungen am Bildschirm- und Büroarbeitsplatz (incl. Software DiaL.O.G.) wurden von den Verwaltungs- und Berufsgenossenschaften erstellt und sind zum Preis von jeweils 20 DM über die Firma C.L. Rautenberg-Druck zu bestellen. (Bezahlung über Verrechnungscheck)
Bezug: C.L. Rautenberg-Druck, Postfach 1280, 25343 Glückstadt (Auf Scheckrückseite Lieferadresse angeben)

 

Publikation Frauen und Computer lernen

Die o.g. Veröffentlichung untersucht, unter welchen Bedingungen Frauen den Computer als Lernmedium am Beispiel des Lernens mit Computer-based-training (CBT) und Lernprogrammen in ihr Selbstkonzept von Lernen integrieren. Die Publikation wird als EUROPOOL-Werkstattbericht Nr. 3 veröffentlicht.
Bezug: Akademie für Jugend und Beruf, Essener Str. 53, 45529, Fax: 02324/ 946494

 

Mit AOL komplette Unterrichtsräume vernetzen
Aufgrund einer Vereinbarung des DVV-Netzwerks können VHS den AOL-Onlinedienst kostenlos bis zum Jahr 2000 nutzen (Infos über Bernd Passens). Bisher war es allerdings nicht möglich, mit diesem kostenlosen Account komplette Unterrichtsräume zu vernetzen. Bernd Müller, Fachbereichsleiter aus Berlin, weist nun auf das Produkt "Spaghetti" hin, mit dessen Hilfe eine einfache, kostengünstige Anbindung mehrerer PCs in einem LAN an AOL möglich wird. Eine Testversion kann unter www.avirt.com/ spaghetti abgerufen werden.
Ansprechpartner: Bernd Müller, VHS Neukölln, Tel.: 030/6809-3310, Fax: -3739

 

Ruhrgebiets-VHS im WDR III-Fernsehen, 18.4.98, 14.30 Uhr (Computerclub)

Die im sog. Ruhrgebietsarbeitskreis zusammenarbeitenden Fachbereichsleiter an VHS werden ihr aktuelles EDV-Angebot im WDR-Fernsehen präsentieren. Neben Interviews im Studio werden Aufnahmen aus den VHSen Hagen und Bergisch-Gladbach präsentiert.
Ansprechpartner: Annette Trossehl, VHS Hagen, Tel.: 02331/2072629

 

BMWFT veröffentlicht Sokrates-Ausschreibung

Am 26.2.98 hat das BMWFT (veröffentlicht im Bundesanzeiger vom 10.3.98) die aktuelle Ausschreibung 1998 des Aktionsprogramms Sokrates veröffentlicht. Sokrates soll in der EU die Zusammenarbeit im Bildungsbereich fördern. VHS können die Ausschreibung über die Netzwerk-Koordinierungsstelle gegen Einsendung eines mit 3 DM frankierten und adressierten Rückumschlags beziehen.
Ansprechpartner: Doris Hirschmann, DVV-Netzwerk Tel.: 069/95626282, Fax: -283

 

DVV-Netzwerk und Kooperationspartner bieten an

Die Firma ets bietet die KHK Classic-Line 8.0 und 97 (Stand-Alone u. Netzversion für unbegrenzte Teilnehmerzahl!!) für 460 DM als Standortlizenz an, d.h. für 460 DM wird die KHK-Software auf alle VHS-Rechner installiert. Der Wartungsvertrag hierzu kostet 230 DM pro Jahr. Die KHK-Classic-Line Windows kann für 990 DM pro Jahr (inkl. Update für ein Jahr und incl. Handbücher) bezogen werden.
Zusätzlich können zum Preis von jeweils (pro Modul) DM 849,00 als Standortlizenz die Module der KHK Office Line (Fibu, Anlagenbuchhaltung, Auftrag, Lohn- und Gehalt) über ets erworben werden.
Über das DVV-Netzwerk können weiterhin bezogen werden: Imagebroschüre und Plakate zur beruflichen Weiterbildung (Preisinfo über die Koordinierungsstelle), Leitfaden für Kursleiter und Organisatoren zum neuen bundesweiten Lehrgang Büro- und Telekommunikation (Online-Führerschein). Der Leitfaden (Umfang ca. 60 Seiten, 25,80 DM) enthält den Lernzielkatalog, die Kursankündigung, einen detaillierten Kursablaufplan, Hinweise zur Raumausstattung (z.B. Vorstellung eines Internetanschlusses über Linux), methodische Hinweise, einen Vorschlag für einen Internetkurzkurs (Wochenendkurs), Webadressen, Literatur- und Materialhinweise.
Ansprechpartner: Doris Hirschmann, DVV-Netzwerk Tel.: 069/95626282, Fax: -283