| Informationsdienst des Netz-werkausschusses Beruf und Weiterbildung des DVV | 3 / 99 7. Jahrgang 29.11.99 |
Inhaltsverzeichnis
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Herausgeber:
Deutscher Volkshochschul-Verband e.V. Koordinierungsstelle des DVV-Netzwerks Beruf & Weiterbildung Hansaallee
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Editorial und Aktuelles aus dem Netzwerk
Die Firma Microsoft will im nächsten Jahr die Kooperation mit den VHS intensivieren. In diesem Zusammenhang soll das Solution-Provider-Programm, das bisher ausschließlich kommerziellen Anbietern vorbehalten blieb, auch für VHS geöffnet werden. VHS, die bisher schon den Status eines Microsoft anerkannten Weiterbildungszentrums erworben haben, können nun auch Solution Provider werden. In der Pilotphase, die das gesamte Jahr 2000 umfasst, können maximal 10 VHS den Titel erwerben.
Die Bertelsmann-Stiftung plant im nächsten Jahr eine große Aktion zur Seniorenfortbildung. Die Stiftung will im großen Stil die Internetkompetenz der älteren Bürger fördern. Flächendeckend sollen in ganz Deutschland Kurse angeboten werden, in denen Senioren einen Internetführerschein erwerben können. Die Kooperationsverhandlungen zwischen der Bertelsmann-Stiftung und dem Deutschen Volkshochschul-Verband e.V. mündeten in dem Ergebnis, die VHS als Hauptbildungsträger an diesem Projekt zu beteiligen. Die genauen Details der Kooperation sollen in Verhandlungen abgesprochen werden, die im Januar/Februar 2000 in Gütersloh stattfinden.
Immer mehr VHS bieten nun auch Kurse an, die Anwender in der Bedienung der SAP-Software qualifizieren. Neben der Leipziger Firma AGM (siehe Infodienst 2/99) können VHS nun auch die Bielefelder VHS als Provider nutzen. Nähere Infos können bei der Netzwerkkoordinierungsstelle abgerufen werden. Im nächsten Jahr wollen einige VHS-Landesverbände und das DVV-Netzwerk die Lehrgangsangebote im Bereich der klassischen kaufmännischen Weiterbildung neu strukturieren. In diesem Zusammenhang wird zum Projektauftakt eine bundesweite Fachbereichskonferenz berufliche Bildung durchgeführt, die vom 18.2.-20.2.2000 in Nürnberg stattfinden soll. Anmeldungen und Infos hierzu können beim Bayerischen VHS-Landesverband (Otto Löffelmann, Tel.: 089/5108013) abgerufen werden. Das DVV-Netzwerk wünscht allen VHS-Mitarbeitenden einen guten Start ins Neue Jahr.
Call-Center-Agent, Qualifizierung tut not
Obwohl laut einer Umfrage der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung 80% der Deutschen den Begriff Call-Center noch nie gehört haben, ist der Call-Center-Markt als neuer Beschäftigungs- und Qualifizierungsbereich in den letzten Jahren zunehmend in das Blickfeld des öffentlichen Interesses gerückt. Für die neu geschaffenen Arbeitsplätze müssen Mitarbeiter qualifiziert werden. Die Betreiber beklagen sich über den Mangel an geeignetem Personal. Der nachfolgende Bericht analysiert die Entwicklung im Call-Center-Bereich, beschreibt mögliche Qualifizierungsanforderungen und informiert über Initiativen in der VHS-Landschaft.
Die Telefonservicebranche boomt. Die Zahl der Anrufe bei kostenfreien bzw. reduzierten "0130"- und "0180"-Nummern hat sich alleine im letzten Jahr verdoppelt. Es gibt bundesweit zur Zeit ca. 1500 Call-Center mit 150.000 Agenten, 50% der Call-Center sind in den letzten drei Jahren entstanden. Nach Expertenmeinungen soll es im Jahr 2001 ca. 4000 Call-Center mit mehr als 250.000 Mitarbeitern geben. Wie hoch die tatsächliche Zahl an Arbeitsplätzen sein wird, läßt sich nur schwer prognostizieren. Fest steht jedoch, dass in der traditionellen Telefonakquise Arbeitsplätze wegfallen werden.
Der Trend zur Errichtung von Call-Centern reiht sich ein in den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Trend zu mehr Dienstleistungen. Während bisher das Telefon als Arbeitsmittel im Vordergrund stand, werden jedoch zunehmend weitere Kommunikationswege wie Fax, Video, Internet oder E-Mail genutzt. Die Call-Center entwickeln sich zu Kommunikationszentren. Dabei werden einfache Tätigkeiten zunehmend wegrationalisiert. Das Leistungsspektrum eines Call-Centers erstreckt sich von der Weitergabe von Informationen bis zur umfassenden Spezialberatung. Die meisten Call-Center arbeiten noch "inbound", d.h. sie nehmen lediglich Anrufe zur Bearbeitung entgegen. Call-Center werden in großen Unternehmen als Marketinginstrument verstanden, allerdings werden auch verstärkt externe Dienstleister einbezogen. Es werden zwar in allen Branchen Call-Center eingerichtet, jedoch finden sich Call-Center vor allen Dingen bei Finanz- und Beratungsdienstleistern sowie in Handel und Industrie. Die Qualifikationsanforderungen an Call-Center-Agents differieren je nach Branche und Aufgabe. Es lassen sich jedoch einige Aufgaben identifizieren, die in allen Call-Centern anfallen. Hierzu zählen:
Betrachtet man das Personal in Call-Centern, so läßt sich feststellen, dass zur Zeit noch Studenten und Teilzeitbeschäftigte das Gros der Call-Center-Agents darstellen. Nach Expertenmeinung geht jedoch der Trend in Richtung Vollzeitmitarbeiter. Die hauptberuflich Beschäftigten sind in der Regel Absolventen anerkannter Ausbildungsberufe. Hierbei sind besonders kaufmännische Berufe stark vertreten. Ca. 40% der Beschäftigten haben Abitur oder ein abgeschlossenes Hochschulstudium. Das durchschnittliche Alter schwankt zwischen 20 und 30 Jahren.
Für Mitarbeiter in Call-Centern existiert kein anerkannter Aus- oder Weiterbildungsabschluss nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG). So ist es nicht verwunderlich, dass bei den Betreibern von Call-Centern das "Learning by Doing" im Vordergrund steht. Begleitet wird solches Lernen am Arbeitsplatz oft von betriebsspezifischen Fortbildungsmaßnahmen. Die Call-Center-Betreiber begrüßen es, dass sich nun auch externe Bildungsträger dem Problem annehmen und Weiterbildungsmaßnahmen konzipieren. Derartige Qualifizierungsmaßnahmen erfolgen oft in speziellen Trainingsmaßnahmen mit Zertifikat, die vom Arbeitsamt vermittelt und finanziert werden.
Zur Zeit bieten beispielsweise ca. 40 IHKn (von 83) solche Lehrgänge an, die einen Umfang von ca. 240 UE haben. Allerdings bieten auch andere Träger ähnliche Maßnahmen an. Hierbei ist festzustellen, dass die differierenden Stundenzahlen und Inhalte kein eindeutiges Qualifikationsprofil erkennen lassen. Was den Call-Center-Betreibern an der IHK-Weiterbildung fehlt ist die Gelegenheit
Aus Sicht des Bundesinstituts für Berufsbildung zeichnen sich zur Zeit verschiedene Wege ab, wie der Bereich der Aus- und Weiterbildung geordnet werden könnte:
Im Bereich der Weiterbildung haben sich -wie oben gesagt- auch andere Bildungsträger etabliert. Hierzu zählt z.B. die Dekra. Sie bietet schon seit geraumer Zeit Lehrgänge an, die zum Call-Center-Agent qualifizieren. Der Dekra-Lehrgang orientiert sich an den Ausbildungsrichtlinien der Arbeitsgemeinschaft Berliner & Brandenburger Call Center (ABCC) und umfasst folgende Ausbildungsabschnitte und Inhalte:
Fachübergreifende Qualifikationen:
Grundlegende Qualifikationen
Call-Center-Qualifikationen
Neben einem Praxistraining in einer Dekra-Bildungsstätte gewinnen die Lehrgangsabsolventen im Rahmen eines betrieblichen Praktikums einen Einblick in die Call-Center-Arbeit.
Im VHS-Bereich haben sich mittlerweile einige Institutionen mit dem Thema beschäftigt. So hat der VHS-Landesverband Niedersachsen in Kooperation mit einigen VHS einen Lehrgang Call-Center-Agent (VHS) entwickelt, der mit einer Prüfung abschließt. In dem Lehrgang wird abweichend vom Dekra-Lehrgangsaufbau mehr Wert auf die Vermittlung eines soliden EDV-Anwenderwissens gelegt. So müssen sich die Lehrgangsteilnehmenden beispielsweise mit der gesamten Palette der Office-Anwendungsmodule vertraut machen.
Quelle: Der Artikel orientiert sich an BWP 4/1999 und T.I.S. Trends im Stellenmarkt, November 1999
Der 6. DIHT-Weiterbildungskongress: Neue Wege der Kongressorganisation
Im Rahmen des 6. DIHT-Weiterbildungskongresses beschritten die Organisatoren neue Wege. Ob es nun Internet-Liveübertragungen, virtuelle Diskussionsforen oder das Kongresskonzept waren, auf dem DIHT-Weiterbildungskongress in Dresden wurden neue Wege beschritten, die - so die Einschätzung der Veranstalter - wegweisend für die Zukunft der Weiterbildung sein sollten.
So wurde im Rahmen des Weiterbildungskongresses ein neues Konzept erprobt: Die angewandte Open Space Technology bedeutet im Kern nichts anderes als den Teilnehmenden in den Mittelpunkt zu stellen und aktiv in die Gestaltung der Veranstaltungen miteinzubeziehen. Im Klartext heißt dies: Weg vom "referierenden Frontalinfo" und hin zu einer fachlichen Auseinandersetzung in der Gruppe. Es wird das diskutiert und bearbeitet, was den Teilnehmenden vor Ort wichtig ist und nicht das, was die Kongressausrichter als wichtig einschätzen. Das neue Kongresskonzept wurde mit dem Einsatz neuer Medien verknüpft. So wurden vorab schon virtuelle Diskussionsforen eröffnet und Liveübertragungen im Internet machten die Anwesenheit vor Ort zum Teil überflüssig.
Inhaltlich beschäftigten sich die Teilnehmenden mit Themen, die auf sechs Foren diskutiert wurden.
Das Forum 1
beschäftigte sich mit Visionen, Kernbotschaften und Werten. Diskutiert wurde z.B. woher die Wirtschaft weiss, über welche Qualifikationen Mitarbeitende zukünftig verfügen müssen, um ihre Arbeit erfolgreich absolvieren zu können. Hier wurde auch eine aktive Rolle der Weiterbildung angemahnt: Sie muss verstärkt Visionen eröffnen, wohin der Weg geht. Dabei sollten z.B. starre Prüfungssysteme die Entwicklung von zukunftsorientierten Lehrgangskonzepten nicht behindern.
In Forum 2
wurden unter dem Titel "Analyse und Management von Potenzial" die Frage der Aufbrechung von verkrusteten Führungsstrukturen diskutiert.
In Forum 3
wurden die Frage der Weiterbildungsqualität diskutiert. Interessant war, dass die Teilnehmenden hier neben der altbekannten Forderung nach einem Verzicht auf staatliche Reglementierungen auch die Zertifizierung einer Bildungseinrichtung nur als freiwilliges Hilfsmittel betrachteten. Dies ist besonders interessant vor den Hintergrund, dass der ISO-Bildungs-Zertifizierer der Wirtschaft, die CERTQUA, zur Zeit verstärkt Anstrengungen unternimmt, die ISO-Zertifizierung einer Bildungseinrichtung zur Voraussetzung für die Zuteilung von EU- und Arbeitsamtsprojekten werden zu lassen.
In Forum 4
berieten die Teilnehmenden über Fragen des Einsatzes von Multimedia und Internet in KMU. Neben der Forderung nach der Entwicklung von Konzepten, die individuell auf die Bedarfe der KMU zugeschnitten sind, wurde auch der Wunsch angeregt, Zusatzqualifikationen für Weiterbildner zu schaffen (z.B. für Teletutoren). Eine Forderung, die im VHS-Bereich schon längst aktiv angegangen wurde. So sei nur daran erinnert, dass der VHS-Landesverband in Bayern schon Weiterbildungskonzepte für Teletutoren entwickelt hat.
Das Forum 5
befasste sich mit Fragen des Arbeitsmarktes. Hier stand das Thema "Deutschland als Know-how-Standort" im Mittelpunkt".
In Forum 6
wurde schließlich das Thema "Mehr Wert durch Weiterbildung" beraten. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie der Wert der Weiterbildung genau definiert werden kann und wie er zu messen sei. Erst wenn diese Frage geklärt sei - so die Teilnehmenden - können die Weiterbildungsträger ein erfolgreiches Bildungsmarketing durchführen. Der letzte Kongresstag beschäftigte sich besonders mit den Bedarfen der KMU. Hier wurde versteckt Kritik an den IHK geübt. Gerade für die KMU sollten flexible und individuelle Weiterbildungskonzepte entwickelt werden. Die Teilnehmenden erteilten den häufig dominierenden Einheitskonzepten eine deutliche Absage.
Quelle: Vgl. auch Informationen zur Weiterbildung, Nr. 3/1999
Leonardo : Das EU-Berufsbildungsprogramm in der 2. Runde
Am 1. Januar 2000 geht das EU-Berufsbildungsprogramm "Leonardo da Vinci" in die zweite Runde. Der Infodienst informiert über die thematischen und formalen Schwerpunkte des revidierten Leonardo-Programms.
Leonardo II wurde noch unter der EU-Ratspräsidentschaft der Bundesrepublik Deutschland beschlossen. Dabei wird Leonardo II die im Vorgängerprogramm begonnene Arbeit fortführen und durch weitere Aktionslinien ergänzen. Die administrative Durchführung des Programms wird dezentralisiert und auf die Ebene der Teilnehmerstaaten übertragen. Die Programmlaufzeit umfasst einen Zeitraum von sieben Jahren (1.1.2000-31.12.2006). Insgesamt erhält das Programm Mittel in der Höhe von mindestens 1,15 Milliarden Euro. Hinsichtlich der möglichen Teilnehmerstaaten wird das Programm erweitert. Neben den EU-Ländern können auch EFTA/EWR-Länder sowie ein Großteil der mittel- und osteuropäischen Staaten sowie Malta und die Türkei miteinander kooperieren.
Im Sinne der Leitlinie des lebenslangen Lernens werden auch die früher geltenden Altersbeschränkungen bei Mobilitätsmaßnahmen aufgehoben.
Leonardo II verfolgt drei Ziele:
Diese Ziele werden im Rahmen der folgenden Förderbereiche operativ umgesetzt:
Fördervoraussetzungen:
Nur juristische Personen (Unternehmen, Universitäten,
Bildungseinrichtungen) sind antragsberechtigt. Das
Antragsverfahren wird dezentralisiert und durch ein zweistufiges
Antragsverfahren (Vorauswahl auf Basis von Projektskizzen,
ausgearbeitete Anträge nur von denen, die die Vorauswahl
überstanden haben) beschleunigt und entbürokratisiert.
In Deutschland wird das Antrags- und Beratungsverfahren über die Nationale Agentur Bildung für Europa, das im BIBB angesiedelt ist, abgewickelt.
Info: Nationale Agentur Bildung für Europa beim BIBB, Tel.: 0228/107-1608, Fax: 0228/107-2964
Zukunft der Erwerbsarbeit
Auf dem XXVII Soester Weiterbildungsforum hielt Prof. Gerhard Bosch ein beachtetes Referat zur Zukunft der Erwerbsarbeit, dass mit traditionellen Auffassungen bricht.
In dem ersten Teil seines Referates setzte sich Bosch mit den zur Zeit gängigen ökonomischen Thesen auseinander und entlarvt sie als Mythen.
Die erste These betrifft die Vorstellung von sogenannten Jobless Growth, dem Wachstum ohne Beschäftigung. Gängige Ansicht ist, dass durch die Einführung neuer Technologien ein Produktivitätsschub entsteht, der in der Tendenz zu menschenleeren Büros und Fabriken führt. Bosch hält dagegen, dass zur Zeit die Produktivität pro Arbeitsstunde langsamer wächst als in der Vergangenheit und das Wachstum beschäftigungsintensiver als in der Vergangenheit ist.
Auch die zweite These von der sinkenden Beschäftigung kann Bosch nicht nachvollziehen. Das Erwerbsvolumen sei dagegen in den vergangenen 120 Jahren deutlich gestiegen.
Bosch widerspricht auch der Vorstellung (dritte These), dass die Arbeitsplatzverluste in der Industrie nicht durch den Dienstleistungssektor ausgeglichen werden können. Er setzt dagegen, dass seit 1960 ca. 7,6 Mio. zusätzliche Dienstleistungsarbeitsplätze entstanden sind, die den Verlust an Industriearbeitsplätzen deutlich ausgleichen.
Ebenso gängig die Annahme (vierte These) von den zunehmend instabiler werdenden Beschäftigungsverhältnissen. Tatsache ist aber, dass in den letzten 20 Jahren die durchschnittliche Dauer der Beschäftigungsverhältnisse in allen Industrieländern (Ausnahme: USA und Spanien) stabil geblieben ist.
Auch die Tatsache, dass heute davon auszugehen ist, dass wir mehrmals den Beruf wechseln müssen (fünfte These) ist nicht neu. Dies war auch für die Generation unserer Väter und Großväter typisch.
Auch die These von der Auflösung des Normalarbeitsverhältnisses (sechste These) hält einer Überprüfung in der Praxis nicht stand. Es gibt heute mehr unbefristete Vollzeitbeschäftigte als vor 20 Jahren.
Bosch kann auch nicht die Annahme unterstützen, dass Eigenarbeit ein Substitut für Erwerbsarbeit ist (siebte These). Tatsache ist dagegen, dass mit der wachsenden Frauenerwerbstätigkeit die Nachfrage nach bisher im Haus produzierten Dienstleistungen wächst. Dennoch - so Bosch - verläuft der heutige Wandel nicht problemlos ab. So steigt z.B. trotz Beschäftigungswachstum die Arbeitslosigkeit an, da auch gleichzeitig das Arbeitskräfteangebot ansteigt. Im zweiten Teil seines Referates setzte sich Bosch mit den Gestaltungsmöglichkeiten auseinander.
Anders als die auf Deregulierung und Privatisierung setzende bayerisch-sächsische Zukunftskommission setzte Bosch auf das Leitbild eines aktiven Staates sowie qualifizierter und selbstbewußter Arbeitnehmer. In seiner ersten These fordert er eine aktive Rolle der Politik in der globalisierten Wirtschaft. Der traditionellen Austeritätspolitik erteilt er eine Absage. Seiner Meinung nach können die entwickelten Industrieländer den Kostenwettbewerb nie gewinnen. Bosch setzte auf die Weiterentwicklung von innovativen Produkten und Dienstleistungen, die von einer intelligenten staatlichen Steuer- und Finanzpolitik flankiert werden sollte. Die zweite These geht davon aus, dass die Bedeutung von Wissen und Ausbildung für Wirtschaft und Arbeitsmarkt zunimmt. So stellt Bosch fest, dass im Rahmen der neueren wissensbasierten Technologien die Bedeutung von Sachinvestitionen abnimmt. So sind heute im Vergleich zum letzten Jahrhundert nur noch 20% des Produktivitätszuwachses auf gestiegenes Sachkapital zurückzuführen (vor 100 Jahren waren es noch 50%). Investitionen in Bildung und Forschung garantieren den frühzeitigen Einstieg in neue technologische Entwicklungen und garantieren die Qualität der Arbeitsplätze von morgen. Bosch fordert auch eine noch stärkere Dienstleistungsorientierung, da heute nur noch Produkte in Kombination mit zusätzlichen Dienstleistungen verkauft werden können. Für Bosch geht auch kein Weg an weiteren Arbeitszeitverkürzungen und an der Sicherung der sozialen Systeme vorbei. Dies sei ein Weg, der auch in der Vergangenheit erfolgreich beschritten worden sei.
Nachrichten, Tips, Lesenswertes
Europäisches Jahr für Sprachenlernen 2001
Der Europarat hat das Jahr 2001 zum europäischen Jahr des Sprachenlernens erklärt. Da neben Jugendlichen auch insbesondere Erwachsene als Zielgruppe der vielfältig geplanten Aktionen angesprochen werden sollen, bieten sich in diesem Zusammenhang vielfältige Möglichkeiten auch für VHS.
Info: Dr. Ingeborg Christ, Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW, Tel.: 0211/896-3454, Fax:-3220
Internetführerschein für Lehrerinnen und Lehrer
In Nordrhein-Westfalen beteiligen sich die VHS in großem Stil an einem Qualifizierungsprogramm für Lehrerinnen und Lehrer. Die VHS sollen zur Schaltzentrale des Trainings für LehrerInnen im Bereich der Neuen Technologien werden. Am 22.1.2000 werden viele VHS im Rahmen eines landesweiten Aktionstages erste Fortbildungsseminare anbieten.
Info: LV NRW, Udo Schneidereit, Tel.: 0231/952058-14, Fax:-3
BIBB-Leitfaden "Bedarfsgerechte Weiterbildung für Ihren Betrieb"
Im Rahmen des vom BMB+F geförderten Projekts "Qualitätssicherung in der Weiterbildung Anwendungsorientierung und Integration aller Beteiligten als Qualitätskriterien im Weiterbildungsprozess" wurde ein Leitfaden entwickelt, der Kleinunternehmen zum richtigen Bildungsträger und zur passenden Weiterbildung führen soll.
Bestellung: Bertelsmann Verlag GmbH, Tel.: 0521/91101-0, Fax:-79 (15 DM)
Volkshochschulen und Verbände beteiligten sich an WDR-Computernacht
Die VHS-Landesverbände Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern sowie das DVV-Netzwerk beteiligten sich in Kooperation mit VHS an der WDR-Computernacht, die am 11.12.99 live aus dem Heinz-Nixdorf-MuseumsForum in Paderborn im WDR-Fernsehen übertragen wurde. In der Nacht gab es zwei Liveschaltungen zu den VHS in Bergisch Gladbach und Hagen, die lokale Internetnächte organisiert hatten. In Paderborn waren die VHS mit einem Stand vertreten. Dort wurde nicht nur über die Arbeit der VHS informiert, sondern die Teilnehmenden hatten auch die Möglichkeit, attraktive Preise zu gewinnen. Der VHS-Stand war während der gesamten Nacht dicht umringt, mehr als 1500 Teilnehmende nahmen vor Ort an dem Gewinnspiel teil. Aber VHS-Teilnehmende konnten auch online gewinnen, da auf dem Server des BVV eine elektronisches Gewinnspiel installiert wurde. Die Ziehung der Hauptgewinne übertrug das WDR-Fernsehen live.
Info. Bernd Passens, Tel: 069/95626-182 Fax: -283
VHS Reutlingen konzipiert Lehrgang "Internet-Assistent/in (VHS)
Die VHS Reutlingen hat einen 13 Monaten dauernden Lehrgang Internetassistent/in konzipiert. Der Lehrgang umfasst 460 UE und kostet 5435 DM. Der Lehrgang qualifiziert Mitarbeiter in kleinen und mittleren Betrieben zur Entwicklung, Implementierung und Wartung von Internet- und Intranetlösungen.
Ansprechpartner: VHS Reutlingen, Herr Unseld, Tel.: 07121/336-164, Fax: -181
IT-Fortbildungsdschungel soll geordnet werden
IG Metall, Deutsche Postgewerkschaft, die Zentralstelle für Elektrotechnik (ZVEI) und die Deutschen Telekom wollen in Anlehnung an die neuen IT- Berufsbilder die neuen Fortbildungsabschlüsse Webmaster, IT-Consultant und IT-System-Engineer entwickeln. Die Abschlüsse sollen zu anerkannten Abschlüssen führen, die den im IT-Fortbildungsbereich herrschenden Wildwuchs beschneiden sollen.
Info: DVV-Netzwerk, Bernd Passens, Tel.: 069/95626-182, Fax: -283
Querschnittsaufgabe Berufliche Bildung, VHS Planungshilfen, 1998
Der VHS-Landesverband Niedersachsen hat unter dem oben genannten Titel eine Broschüre herausgegeben, die Programmangebote Niedersächsischer VHS aus dem Jahr 1998 dokumentiert. In der Broschüre werden die Angebote mit berufsbezogenem Kontext systematisiert und dokumentiert, die traditionell nicht der beruflichen Bildung an VHS zugeordnet werden.
Bezug: LV Niedersachsen, Tel.: 0511/34841-0, Fax:- 25, (10 DM)
Interschul/didacta vom 14.2.-18.2. 2000 in Köln
Die Bildungsmesse kommt nach Köln. Nach dem Zusammenschluss der Fachmessen INTERSCHUL, didacta und Kindergarten wird die Domstadt Gastgeber der nächsten Veranstaltung.
Hotline: INTERSCHUL/didacta: 0221/821-3519, Fax: -3055
Österreichs VHS-Verband veröffentlicht Handbuch zur Qualitätsentwicklung
Das jüngst erschienene Handbuch zur Qualitätsentwicklung an Österreichs Volkshochschulen (Hrsg.: Verband Österreichischer VHS, Wien 1999) stellt auf 360 Seiten den Stand der Qualitätsentwicklung und sicherung an den VHS in Österreich dar. Die Publikation bietet Qualitätskriterien, schildert die Maßnahmen zur Entwicklung und Sicherung von Qualität und nennt Instrumente zur Qualitätssicherung, incl. Formblätter, Checklisten, Leitfäden etc.
Quelle: Die Österreichische VHS, Juni 1999
VHS-Landesverband Niedersachsen bietet neue Prüfungslehrgänge an
Der LV Niedersachsen bietet mit der / dem Fachwirtin/Fachwirt für Kindertages-einrichtungen und dem Lehrgang Mediation zwei neue Prüfungslehrgänge an. Die Fortbildung zur Fachwirtin ist als Fortbildungslehrgang (335 UE) für Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung als Erzieher oder Sozialpädagoge konzipiert. Die Fortbildung Mediation richtet sich an Interessenten, die mit der Mediation ein Verfahren der Konfliktbearbeitung theoretisch und praktisch kennenlernen wollen. Der Lehrgang besteht aus einem Grund- (180 UE) und einem Praxiskurs (120 UE).
Quelle: LV Niedersachsen, Tel.: 0511/348410, Fax: 0511/3484 142
DVV-Netzwerk und Kooperationspartner bieten an
Die Firma ets bietet die KHK Classic-Line 2000 (Stand-Alone u. Netzversion für unbegrenzte Teilnehmerzahl!!) für 499 DM als Standortlizenz an, d.h. für 499 DM wird die KHK-Software auf alle VHS-Rechner installiert. Der Wartungsvertrag hierzu kostet 399 DM pro Jahr. Produkte der Office-Line 2000-Reihe können zu ähnlich günstigen Konditionen bezogen werden. Die Produkte sind auch im Verwaltungsbereich einer VHS einsetzbar.
Über das DVV-Netzwerk können weiterhin bezogen werden: Imagebroschüre und Plakate zur beruflichen Weiterbildung (Preisinfo über die Koordinierungsstelle),
Leitfaden für Kursleiter und Organisatoren zum bundesweiten Lehrgang Büro- und Telekommunikation (Online-Führerschein) und zum Lehrgangskonzept Präsentation. Die Leitfäden (Umfang ca. 60 Seiten, 25,80 DM) enthalten den Lernzielkatalog, die Kursankündigung, methodische Hinweise, Literatur- und Materialhinweise etc.
Die Neuauflage der CD-ROM VHS Online Collection 2.0 ist zum Preis von DM 14,90 (Einzelstücke), 11.90 DM (ab 10 Stück), 9.90 DM (ab 20 Stück) zzgl. Versandkosten beziehbar.
Ansprechpartner: Doris Hirschmann, DVV-Netzwerk Tel.: 069/95626282, Fax: -283
Bezug: ets-Produkte: ets GmbH, Verlag für didaktische Medien, Tel: 08368/9104-0, Fax: 08368/9104-10
rstellt von Doris Hirschmann, konvertiert in HTML Dipl.Ing.FH. Jörg
Bucher
am 05.01.00,